Reiseimpfungen bei HIV-Patienten

- Auch HIV-Patienten können und sollten vor einer Reise Ihren Impfstatus prüfen und ggf. auffrischen und ergänzen - Bei der Reiseplanung wie beim Impfen spielt der Immunstatus eine wichtige Rolle - Bei einer Malariaprophylaxe, aber auch bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke muss auf Wechselwirkungen geachtet werden

Eine HIV-Infektion ist kein Hinderungsgrund, in ferne Länder zu reisen, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdings muss bei HIV-Patienten – wie bei anderen immunsupprimierten Patienten auch - bei Impfungen, Malariaprophylaxe und allgemeiner Reisevorsorge einiges beachtet werden.

Menschen mit einer Immunsuppression, unabhängig davon ob die Ursache ein angeborener Immundefekt, eine Chemotherapie, Organtransplantation und Stammzelltransplantation oder eine HIV-Infektion ist, haben ein erhöhtes Risiko für und durch Infektionen.1,2 Deshalb sollte vor jeder Reise frühzeitig mit dem behandelnden Arzt der Impfpass gecheckt werden, um sowohl ausstehende Routineimpfungen als auch notwendige Reiseimpfungen rechtzeitig durchführen zu können.4

Impfungen je nach Immunstatus

Ein wichtiger Aspekt bei der Impfung von immunschwachen Menschen ist die Berücksichtigung des jeweiligen Immunstatus. So können Totimpfstoffe bei HIV-Betroffenen unabhängig vom Immunstatus eingesetzt werden, der Einsatz von Lebendimpfstoffen jedoch ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.2 Empfohlene Schwerpunktimpfungen bei HIV sind die Impfungen gegen Pneumokokken, Hepatitis B, Influenza und HPV und bei entsprechender Indikation Meningokokken ABCWY, Haemophilus influenzae B und Hepatitis A sowie unter bestimmten, vom Arzt zu prüfenden Voraussetzungen MMR, Varizellen und Herpes zoster.1-3

Abweichende Impfempfehlungen bei HIV

Abhängig vom vorliegenden Immundefekt kann die Reaktion des Körpers auf eine Impfung geringer ausfallen und der Impfschutz kürzer sein als ohne Immunsuppression. Deshalb gibt es bei Vorliegen einer HIV-Infektion Abweichungen zu den allgemeinen Impfempfehlungen.2 So sollten beispielsweise bei einigen Impfungen wie z.B. Hepatitis oder FSME für die Grundimmunisierung ggf. mehr oder höhere Dosen als bei gesunden Personen geimpft werden. Eine Titerbestimmung kann im Vorfeld sinnvoll sein. Eine Impfauffrischung für Gelbfieber sollte bei HIV-Infizierten unter 60 Jahren erwogen werden, da nicht klar ist, ob es eine lebenslange Immunität nach einer Impfung auch für HIV-Infizierte gibt. Gleiches gilt auch für Typhus, da der normalerweise drei Jahre andauernder Schutz bei HIV-Infizierten wahrscheinlich kürzer ist.5,6 Auch die schwereren Folgen im Falle einer Infektion sollte von HIV-Betroffenen bedacht werden. So hat z.B. eine Malariainfektion bei immunsupprimierten Menschen eine sehr viel verheerendere Wirkung und sie sollten in Reiseländern mit Malaria unbedingt gewissenhaft und in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt - um Wechselwirkungen auszuschließen - eine Malaria-Prophylaxe einnehmen.

Empfehlungen checken – gewusst wo

Ob eine Impfung gegen Hepatitis, Meningokokken, FSME, Typhus, Gelbfieber oder sonstiges nötig ist oder für die verschiedenen Reiseziele gefordert wird, kann sich immer mal wieder ändern. Als Informationsquelle können hier neben den Websites des Tropeninstitutes http://www.tropeninstitut.at/ bzw. die Website des reisemedizinischen Zentrums http://www.traveldoc.at/ vor allem die Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (www.who.int/ith/en/) helfen, die laufend aktualisiert wird und einen guten Überblick mit interaktiven Landkarten bietet.

Allgemeine Reisevorsorge

Grundsätzlich sollte man bei Fernreisen immer eine Risikoabwägung durchführen und wichtige Fragen vor der Reise klären, wie, ob die Mitnahme der Medikamente problematisch ist und ob es vor Ort eine gesicherte medizinische Versorgung gibt. Empfohlen wird auch die Mitnahme eines passenden Antibiotikums, um den häufig auftretenden Reisedurchfall zu behandeln. Von Aktivkohle sollte man die Finger lassen, wenn man regelmäßig Medikamente einnehmen muss, denn diese absorbiert im Körper nicht nur unliebsames, sondern auch Medikamente und macht sie damit unwirksam. Können die notwendigen Impfungen aus welchem Grund auch immer nicht rechtzeitig durchgeführt werden, sollte man die geplante Reise ggf. lieber verschieben, um das Risiko einer Infektion zu vermeiden.

Referenzen

1 Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin Sonderdruck/2005
2 Wiedermann U et al. Wien Klin Wochenschr 2016; 128 (Suppl 4):S337-S376
3 Zoufaly A et al. HIV Medicine 2012;13: 172-181
4 CRM Handbuch. Reisen mit Risiko. 2017
5 Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin 34/2016
6 Härter G. MMW Fortschritte der Medizin 2016; S2/158

Kontakt

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