Prostata

Die Vorsteherdrüse, auch Prostata genannt, ist ein Organ beim Mann, das sich unterhalb der Harnblase am Beginn der Harnröhre befindet und diese ringförmig umschließt. Sie ist etwa so groß wie eine Kastanie und wiegt normalerweise zwischen 20 und 25 Gramm. Ihre wichtigste Aufgabe: Sie sondert ein milchiges Sekret ab, das Teil der Samenflüssigkeit ist und zahlreiche Enzyme enthält, die von den Spermien für Beweglichkeit und Befruchtung benötigt werden.

Etwa ab dem 40. Lebensjahr nimmt beim Mann die Testosteronproduktion ab und es wird angenommen, dass durch die hormonellen Veränderungen eine Größenzunahme der Prostata ausgelöst wird. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine gutartige Vergrößerung, die in der Fachsprache auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt wird. Sie schreitet langsam fort und kann mit der Zeit unangenehme Beschwerden hervorrufen. Überlappen sich unterschiedliche urogenitale Beschwerden, zu denen auch eine BPH zählt, spricht man von einem benignen Prostatasyndrom (BPS). Patienten berichten oft von Beschwerden wie:

  • Häufiger Harndrang, auch in der Nacht
  • Schwächerer und verzögerter Harnstrahl
  • Unvollständige Harnblasenentleerung
  • Nachtröpfeln

Die Harnblase kann im weiteren Verlauf der Erkrankung oft nicht vollständig entleert werden und es kommt zu einer Harnblasenüberdehnung. Dabei verdickt sich die Wand der Harnblase. Dies kann ernste Komplikationen nach sich ziehen wie z. B. Harnwegsentzündungen, akuter Harnverhalt, Rückfluss des Harns aus der Harnblase in die Nieren oder ein Übergreifen der Entzündung auf die Nieren mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum plötzlichen Nierenversagen. Untersuchungen zufolge ist jeder zweite Mann über 50 Jahre von Symptomen der gutartigen Prostatavergrößerung betroffen.1

Neben dem BPS gibt es auch bösartige Erkrankungen der Prostata, wie zum Beispiel die Entwicklung eines Prostatakrebses (Prostatakarzinom). Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Österreich.2

Möglichkeiten der Therapie

Je eher die schleichend fortschreitenden BPH-Symptome erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden. Bei sehr leichten Verläufen einer BPH kann der Arzt zunächst durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen ein mögliches Fortschreiten der Erkrankung identifizieren – auch "kontrolliertes Zuwarten" genannt.

Zur Behandlung von leichten Beschwerden eines BPS werden oftmals Pflanzenextrakte von Kürbiskernen, der Sägepalmfrucht oder anderen Pflanzen eingesetzt. Die Wirksamkeit von entsprechenden Präparaten ist durch klinische Studien allerdings nicht belegt.

Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Durch Wirkstoffe, die eine Entspannung der glatten Muskulatur in der Prostata verursachen, kann eine schnelle Linderung der Symptome erreicht werden. Andere Substanzen wirken durch gezielte Hemmung bestimmter Enzyme mittel- und langfristig auf die Ursache der Erkrankung, das Wachstum der Prostata.

Bereits ab mittelschweren BPH-Symptomen können die verschiedenen Wirkstoffe auch kombiniert eingesetzt werden. Unter Umständen kann so eine Operation vermieden werden, die im fortgeschrittenen BPH-Krankheitsstadium meist nur noch hilft.


1 Napalkov P. et al.: Worldwide patterns of prevalence and mortality from benign prostatic hyperplasia. Urology. 1995 Sep;46(3 Suppl A):41-6.
2 http://www.prostatakrebs.at/news/das-oesterreichische-info-service-portal-fuer-patienten-angehoerige-0123/

Hilfreiche Informationen

Durch einen Besuch beim Urologen lässt sich schnell und einfach abklären, ob die Prostata vergrößert ist. Männern ab 45 Jahren wird die regelmäßige Krebsvorsorge empfohlen – die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen.