Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae Typ B

Diphterie

Diphtherie ist in Österreich meldepflichtig. Die Inkubationszeit beträgt 2-5 Tage, danach kann das Krankheitsbild von einer lokalen Infektion (Nase, Rachen, Kehlkopfdiphtherie) über eine Infektion der Atemwege bis zu einer schweren toxischen Form (Herzmuskel-Nieren-Leberschäden) variieren. Die Infektionsquellen sind Sekrete von Nase, Rachen, Haut und Auge.* 

Tetanus

Die Sporen des Tetanuserregers finden sich im Straßenstaub, Holz oder Erde. Bei Infektion kommt es nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich 4-14 Tagen zunächst zu unspezifischen Krankheitssymptomen (Schwitzen, Ziehen an der Wunde, ev. angedeutete Steifigkeit), danach zu Spasmen der Muskulatur (Kiefersperre). Absolut lebensbedrohlich sind die Lähmungen der Atemmuskulatur. Die Letalität ist umso höher, je kürzer die Inkubationszeit. Die Fortschritte der Intensivmedizin haben die Behandlungsmöglichkeiten verbessert, trotzdem sterben noch etwa 20% - 30% der an Tetanus Erkrankten.* 

Pertussis

Pertussis oder Keuchhusten wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Erkrankung verläuft in 3 Stadien und die Hustenanfälle können monatelang auftreten. In ca. 1% kann es bei Säuglingen zum Tod kommen.

Die Zahl der an Pertussis erkrankten Erwachsenen mit pulmologischen Komplikationen und Langzeitverlauf hat in den letzten Jahren auch in Österreich deutlich zugenommen. Viele Studien weisen gerade diese Erwachsene als Infektionsquelle für Neugeborene in den ersten Lebenswochen aus.* 

Hepatitis B

Das hochinfektiöse Hepatitis B-Virus (HBV) gehört weltweit zu den häufigsten viralen Infektionserregern des Menschen. Es wird über Blut, Körperflüssigkeiten und sexuellen Kontakt übertragen sowie während des Geburtsvorganges von der infizierten Mutter auf das Neugeborene. Die Erkrankung verläuft bei Erwachsenen meist akut, nimmt jedoch bei infizierten Neugeborenen zu 90% einen chronischen Verlauf und geht mit einem erhöhten Risiko für Leberzellkarzinom einher.

Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder überwundener Infektion. In Österreich leben etwa 42.000 chronisch erkrankte oder das Virus tragende Personen.

Seit 2005 empfiehlt die WHO daher, dass alle Personen gegen Hepatitis B immunisiert werden sollen.*

Poliomyelitis

Das Poliovirus ist ein hochinfektiöses, humanes Virus. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral. Der Großteil der Infektionen verläuft asymptomatisch, bei klinisch manifesten Krankheitsverläufen kann es zu einem paralytischen Verlauf mit typischen motorischen Lähmungserscheinungen kommen. Selbst Jahrzehnte nach der Infektion kann das Postpoliosyndrom (Zunahme der Paralysen mit Muskelschwund) auftreten. Seit 2002 gehört auch Europa zu den drei Weltregionen, in denen Polioviren bereits ausgerottet sind. Rezente Polioausbrüche (Syrien, Afghanistan, Pakistan) mahnen aber zur Vorsicht. Daher sollten auch in Österreich alle Personen gegen Polio geimpft sein bzw. die entsprechenden Auffrischungsimpfungen erhalten.*

Haemophilus influenzae Typ B

Die Erkrankung durch Haemophilus influenzae Typ B (HiB) gehört zu den schwersten Infektionen im Kindesalter. Vor Einführung der Hämophilus influenzae B (HiB)-Impfung Anfang der 90er Jahre war Hämophilus influenzae B der häufigste Erreger der eitrigen Meningitis bei Kindern bis zu fünf Jahren. Es werden sechs Serotypen unterschieden, wobei vor Beginn der Impfung gegen Hämophilus influenzae der Typ B für fast alle invasiven Infektionen verantwortlich war.* 

*Österreichischer Impfplan 2017