FSME

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die bei den Betroffenen zu einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung führen und tödlich enden kann.

Das FSME-Virus wird in erster Linie von Zecken auf den Menschen übertragen. Die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke. Nach dem Stich können sie sofort in die Wunde übergehen. Auch wenn man eine Zecke sofort nach dem Stich entfernt, schützt das nicht gegen eine FSME. Es gilt aber: Je länger die Zecke saugt, umso höher ist das Risiko, sich mit weiteren Erregern zu infizieren.

Österreich gilt als Kernland der FSME-Virusverbreitung in Europa, viele Regionen im Land sind sogenannte Risikogebiete, das heißt, dort gibt es besonders viele Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen. Die Zahl der FSME-Fälle hat in Österreich im Jahr 2011 drastisch zugenommen: 113 Menschen erkrankten so stark an FSME, dass sie in der Klinik behandelt werden mussten. Damit ist die Zahl der Fälle erstmals seit 1996 wieder deutlich gestiegen. Ebenfalls verhältnismäßig hoch war die Zahl der Todesfälle im Jahr 2011: In Österreich erlagen vier Menschen der FSME (verglichen mit einem Todesopfer 2010).

Symptome

Ein FSME-Patient erlebt im typischen Fall die Krankheit in zwei Stadien. Im ersten Stadium beginnt die FSME mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ähnlich einer Sommergrippe. Unter Umständen ist die Erkrankung damit überstanden.

Bei einem Teil der Infizierten befällt das Virus jedoch das zentrale Nervensystem, damit beginnt das zweite Stadium. Die mildeste Form ist in diesem Fall eine Hirnhautentzündung mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und häufig einem steifen Nacken als typische Symptome.

Eine schwere Form der FSME ist die Gehirnentzündung. Hier sind nicht nur die Hirnhäute, sondern das ganze Gehirn von der Erkrankung betroffen.

Es kann neben den Symptomen einer Hirnhautentzündung auch zu Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen, zu psychischen Veränderungen oder bestimmten Lähmungen am Körper kommen. Auch das Rückenmark beziehungsweise die entsprechenden Nervenwurzeln können vom FSME-Virus geschädigt werden.

Diagnose

Zur Diagnose einer Frühsommer-Meningoenzephalitis  erkundigt sich der Arzt, ob der Patient von einer Zecke gestochen wurde und ob er sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Diese Information liefert ihm erste Hinweise, ob eventuell eine FSME vorliegt.

Die endgültige Diagnose der FSME ermittelt der Arzt anhand von Laborwerten aus Blut und Gehirnflüssigkeit. Bestimmte Messwerte zeigen unspezifisch an, ob eine Entzündung im Körper vorliegt. Genauer ist der Nachweis von speziellen Antikörpern, die das Immunsystem gegen die FSME-Viren gebildet hat. Der Befund ist meist so eindeutig, dass der Arzt andere Infektionskrankheiten mit ähnlichen Anzeichen ausschließen kann.

Behandlungsmöglichkeiten

Die FSME kann nicht behandelt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, die Erkrankung zu verhindern. Zum einen sollte man versuchen, Zeckenstiche zu vermeiden. Zum anderen sollte man durch eine Impfung gegen FSME geschützt sein.

Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen Personen, die in Risikogebieten wohnen oder Urlaub machen und sich in der Natur aufhalten, eine Impfung gegen die FSME. Nach einer Grundimmunisierung sollte die Impfung alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.*

 

*Österreichischer Impfplan 2017