Japanische Enzephalitis

Was ist die Japanische Enzephalitis?

Die Japanische Enzephalitis ist eine schwer verlaufende Virusinfektion, die durch sogenannte Flaviviren ausgelöst wird. Die Infektion führt zu entzündlichen Reaktionen im zentralen Nervensystem, vor allem im Hirngewebe, in den Hirnhäuten oder im Rückenmark. Die Übertragung erfolgt durch nachtaktive Stechmücken, eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Verbreitungsgebiete der Japanischen Enzephalitis befinden sich in verschiedenen Ländern Asiens, z.B. Indien, Pakistan, Nepal, Burma, Thailand, China, Japan und Korea. Außerdem ist das Vorkommen in Ostsibirien, im Nordosten Australiens und auf der Pazifikinsel Guam belegt. Epidemien betrafen in letzter Zeit besonders den südostasiatischen Raum und den indischen Subkontinent.*

 

*Österreichischer Impfplan 2016

Symptome

Die Japanische Enzephalitis verläuft bei jungen und gesunden Erwachsenen meist ohne besondere Symptome. Ausschließlich leichte Kopfschmerzen oder Fieber werden bemerkt.

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit beträgt ein bis zwei Wochen. Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, treten plötzlich hohes Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf. Nach wenigen Tagen kann es zur Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Krampfanfällen, Lähmungen oder einem Komaanfall kommen. In etwa 30% der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Übersteht der Betroffene die akute Krankheitsphase, folgt eine lang andauernde Genesungszeit. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten hinterlässt die Japanische Enzephalitis schwere bleibende Schäden am Gehirn und am Nervensystem. Die Folgen können Krampfanfälle, Lähmungen der Gliedmaßen, Gangstörungen sowie geistige Behinderungen sein.*

 

*Österreichischer Impfplan 2016

Diagnose

Hat sich der Betroffene in den genannten Risikogebieten aufgehalten, legen bereits die beschriebenen Symptome den Verdacht einer Japanische Enzephalitis nahe. Da sich die Symptome jedoch kaum von denen anderer schwerer Hirnhaut- oder Hirnentzündungen unterscheiden, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch den Virusnachweis im Blut oder – einige Tage nach Krankheitsbeginn – durch den Nachweis von Antikörpern, die sich gegen die Viren der Japanischen Enzephalitis gebildet haben.

Behandlungs-möglichkeiten

Es gibt zurzeit noch keine wirksamen antiviralen Mittel, daher ist lediglich eine Linderung der Symptome möglich. Die Behandlung besteht aus einer Intensivpflege mit Kreislaufüberwachung und der Vorbeugung beziehungsweise Therapie von Komplikationen. Der Betroffene erhält beruhigende und schmerzlindernde Medikamente.

Vor allem für Personen, die in Risikogebiete reisen wollen, wird eine Schutzimpfung empfohlen. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen und sollte spätestens fünf Wochen vor Abreise begonnen werden. Die Auffrischungsimpfung erfolgt zwölf bis 24 Monate nach der zweiten Impfung oder vor einem erneuten Aufenthalt im Risikogebiet.*

 

*Österreichischer Impfplan 2016