Meningokokken-Meningitis

Meningokokken kommen weltweit vor, die größte Bedeutung für das Auftreten von invasiven Erkrankungen haben die Gruppen A, B, C, W und Y. In Österreich werden jährlich ca. 37 bis 100 Erkrankungsfälle (ca. 50% - 70% durch Meningokokken der Gruppe B und 20% - 30% durch Meningokokken der Gruppe C) registriert. Die Erkrankung tritt am häufigsten im ersten Lebensjahr und bei Jugendlichen auf.

Derzeit werden bei uns nur wenige Einzelfälle von Infektionen mit Gruppe Y und W beobachtet. Klassische Hochrisikogebiete für Meningokokken A oder W sind Afrika ("Meningitisgürtel") und der Nahe Osten: in Afrika sind die Sahelzone, aber auch die ostafrikanische Seenplatte und Nordafrika betroffen. Auch im Nahen Osten und in Saudi Arabien ist diese Erkrankung heimisch.

Meningokokkenepidemien werden aufgrund der Übertragung als Tröpfcheninfektion begünstigt, wenn viele Menschen auf engstem Raum unter schlechten Bedingungen zusammenkommen. Die Inkubationszeit einer durch Meningokokken hervorgerufenen Infektion beträgt 1 - 10 Tage, meist weniger als 4 Tage. Die Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden aus voller Gesundheit zum Tod führen. Invasive Meningokokkeninfektionen können als Sepsis mit einer 30%igen Letalität, als Meningitis oder als Kombination von beidem auftreten. Die Letalität bei Meningokokkenerkrankungen insgesamt lag in Österreich in den Jahren 2003 - 2014 zwischen 5% und 15%. In diesem Zeitraum sind 84 Personen (überwiegend Kinder und Jugendliche) an dieser Erkrankung verstorben. Bei 7% aller Überlebenden sind neurologische Störungen bzw. Entwicklungsstörung und bei 4% Hörverlust beschrieben. 3% der überlebenden Patienten mit Sepsis entwickeln Autoamputationen, 13% zeigen großflächige Narbenbildungen und über 20% haben chronische Schmerzen.

Vor allem die rasanten Verläufe mit extrem hoher Sterblichkeit zeichnen sich durch anfangs noch normale Laborwerte wie Blutbild oder CRP aus und sind deswegen in den ersten Stunden nicht von banalen viralen Infekten zu unterscheiden.*

 

*Österreichischer Impfplan 2017