GSK und Verily gründen Galvani Bioelectronics – ein neues Unternehmen zur Entwicklung von bioelektronischen Produkten

- Führende Unternehmen im Bereich Pharma und Technologie nützen elektrische Signale im Körper, um chronische Erkrankungen zu behandeln

GSK gab am 1. August bekannt, zusammen mit Verily Life Sciences LLC (früher Google Life Sciences), einem Unternehmen der Alphabet-Gruppe, die Firma Galvani Bioelectronics zu gründen, um die Forschung, Entwicklung und den Vertrieb von bioelektronischen Heilmethoden zu ermöglichen. GSK soll 55%, Verily 45% am neuen Gemeinschaftsunternehmen halten.

Galvani Bioelectronics wird seinen Sitz im Vereinigten Königreich haben, wobei die Mutterkonzerne bestehende Eigentumsrechtesowie eine Investition von £540 Millionen über einen Zeitraum von sieben Jahren einbringen, vorbehaltlich des erfolgreichen Abschlusses von verschiedenen definierten Forschungs- und Entwicklungszielen.

Bioelektronische Medizin ist ein relativ neues wissenschaftliches Gebiet, das eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen in Angriff nehmen möchte – mit Hilfe von Miniatur-Implantaten, die elektrische Nervensignale modifizieren können, einschließlich unregelmäßigen oder veränderten Impulsen, die bei vielen Erkrankungen auftreten. GSK ist seit 2012 in diesem Bereich tätig und ist der Ansicht, das bestimmte chronische Erkrankungen wie Arthritis, Diabetes und Asthma mit diesen Geräten behandelt werden könnten.

Die Gründung von Galvani Bioelectronics ist ein bedeutender weiterer Schritt in der bioelektronischen Forschung von GSK. Das neue Unternehmen vereint die erstklassige Erfahrung bei der Arzneimittelforschung und –entwicklung sowie das grundlegende Verständnis der Biologie von Erkrankungen von GSK mit dem weltweit führenden technischen Know-How von Verily bei der Miniaturisierung von Niederstrom-Elektronika, der Entwicklung von Geräten, der Datenanalytik und Software-Entwicklungen für klinische Anwendungen. Zunächst liegt der Fokus auf dem grundlegenden klinischen Nachweis bei entzündlichen, metabolischen und endokrinen Störungen, einschließlich Typ 2 Diabetes, wo es bei Tiermodellen bereits maßgebliche Nachweise gibt. Darüberhinaus sollen entsprechende Miniatur-Präzisionsgeräte entwickelt werden.

Moncef Slaoui, GSK, Vorstandsvorsitzender von Global Vaccines, der an den Investitionen von GSK im Bereich Bioelektronik maßgeblich beteiligt war, wird Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens. Er meinte dazu,

 „Viele Prozesse im menschlichen Körper werden durch elektrische Signale, die zwischen dem Nervensystem und den Organen pulsieren und die bei vielen chronischen Erkrankungen gestört werden, kontrolliert. Das Ziel der bioelektrischen Medizin ist es, die neuesten Fortschritte im Bereich Biologie und Technologie anzuwenden, um mit Hilfe von Miniaturgeräten, die an den einzelnen Nerven angebracht werden, diesen elektrischen Austausch zu deuten und die unregelmäßigen Muster bei Erkrankungen zu korrigieren. Wenn dies funktioniert, bietet dieser Ansatz eine neue therapeutische Möglichkeit neben traditionellen Arzneimitteln und Impfstoffen.“

„Diese Vereinbarung mit Verily zur Gründung von Galvani Bioelectronics signalisiert einen entscheidenden Schritt bei den bioelektronischen Aktivitäten von GSK, indem Gesundheit und Technik zusammengeführt werden, um die gemeinsame Vision von miniaturisierten, elektrischen Präzisionstherapien zu verwirklichen. Gemeinsam können wir den Fortschritt in diesem spannenden Bereich beschleunigen, um innovative Heilmittel zu entwickeln, die tatsächlich die elektrische Sprache des Körpers sprechen.“ 

Brian Otis, Chief Technology Officer von Verily meinte dazu, „Es handelt sich um eine ambitionierte Zusammenarbeit, bei der GSK und Verily ihre Kräfte bündeln und eine enorme Auswirkung auf ein aufstrebendes Forschungsfeld haben. Bioelektronische Medizin ist ein neuer Bereich für therapeutische Ansätze und es ist uns bewusst, dass der Erfolg von der Zusammenführung von profundem Wissen bezüglich der Biologie von Erkrankungen und neuer hoch-miniaturisierter Technologien abhängt.“

„Diese Partnerschaft ist eine Möglichkeit, den Auftrag von Verily weiterzuführen, durch die Anwendung von gezieltem Knowhow bei Niederstrom-Miniaturgeräten und unseren Datenanalysen viele Therapiegebiete mit höherer Präzision anzugehen und die Ergebnisse zu verbessern.“

Galvani Bioelectronics wird seinen Hauptsitz im GSK Forschungszentrum in britischen Stevenage haben. Ein zweiter Standort ist am Sitz von Verily im kalifornischen South San Francisco vorgesehen. Anfangs werden ca. 30 Wissenschafter, Techniker und Kliniker tätig sein. Eine breite Zusammenarbeit mit den Mutterkonzernen, wissenschaftlichen Einrichtungen und anderen Unternehmen von F&E (Forschung und Entwicklung) wird unterstützt und angestrebt. Für GSK und Verily beschleunigt diese Art der Zusammenarbeit die Entwicklung von bioelektronischen Heilmethoden.

Kris Famm, Vice President of Bioelectronics R&D von GSK wurde zum Vorsitzenden des neuen Unternehmens ernannt. Famm ist ein Pionier im Bereich der groß- und kleinmolekularen Arzneimittelentwicklung und arbeitet seit zehn Jahren an der Entwicklung und der R&D (F&E) Strategie mit einem laufenden Fokus auf neuen Technologien. Er hat die Erforschung von Bioelektronika bei GSK mitgestaltet und geleitet. Es wird auch ein von Moncef Slaoui geleiteter Vorstand mit 7 Mitgliedern, darunter auch Andrew Conrad, CEO von Verily, ernannt. Das neue Unternehmen wird in den Finanzberichten von GSK voll konsolidiert.

Die Vereinbarung unterliegt den üblichen Abschlusskonditionen (einschließlich der erforderlichen kartellrechtlichen Genehmigungen) und soll vor Ende 2016 gültig sein.

GSK und Bioelektronika

Seit 2012 forscht ein Spezialistenteam bei GSK zum Potential bioelektronischer Heilmethoden. Seither hat das Unternehmen eine führende Rolle in diesem Feld, einschließlich eines globalen Netzwerks von ca. 50 Forschungszusammenarbeiten und einer Investition von 50 Millionen US Dollar in einem bioelektronischen Venture Kapitalfonds. Durch diese Zusammenarbeit und diese Investitionen konnte GSK bei einigen Erkrankungen vielversprechende Grundlagennachweise in Tiermodellen finden. Für das erste bioelektronische Heilmittel könnte in den nächsten zehn Jahren ein Zulassungsantrag gestellt werden. Weitere Informationen sind unter http://www.gsk.com/en-gb/media/resource-centre/bioelectronics/ und auf http://at.gsk.com/de-at/forschung-und-entwicklung/woran-wir-arbeiten/bioelektronische-forschung/ zu finden.

Die Geschichte von Galvani

Galvani Bioelectronics wurde nach Luigi Aloisio Galvani benannt, einem italienischen Wissenschafter, Arzt und Philosophen aus dem 18. Jahrhundert, der einer der ersten Forscher auf dem Gebiet der Bioelektrizität war. Im Jahr 1780 machte er die bahnbrechende Entdeckung, dass die Muskeln eines Froschbeins zuckten, als er den Ischiasnerv mit zwei Metallstücken berührte, was ihn auf die Theorie der Bioelektrizität brachte. Die Entdeckung Galvanis war zwar zu seiner Zeit umstritten, ebnete aber den Weg für die moderne Elektrophysiologie und die Neurowissenschaften – zwei Bereiche, die bei der Entwicklung bioelektronischer Heilmethoden eine Schlüsserolle spielen.

GlaxoSmithKline – eines der weltweit führenden forschungsintensiven Pharma- und Gesundheitsunternehmen – engagiert sich für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen. GSK stellt Impfstoffe für Kinder und Erwachsene gegen eine große Bandbreite von Infektionskrankheiten her. GSK unterstützt Menschen dabei, ein aktiveres, gesünderes und längeres Leben zu führen. Weitere Informationen finden Sie unter www.gsk.com. GSK Österreich ist als Leitbetrieb Austria zertifiziert.

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