Aktuelle Meningokokken-Fälle im Raum München

  • Zwei Jugendliche im Münchner Umland erkrankten an Meningokokken
  • Seltene Meningokokken-Blutvergiftung erforderte Amputation beider Füße
  • Bei Meningokokken-Erkrankungen ist schnelles Handeln notwendig 
  • 20100 Erkrankungsfälle jährlich auch in Österreich
  • Impfungen bieten den bestmöglichen Schutz
  • Aktuell MenB-Impfaktionen in Vorarlberg, Salzburg und Burgenland

Innerhalb weniger Stunden kann eine Meningokokken-Erkrankung das Leben von Familien auf den Kopf stellen. Dies mussten in den vergangenen Wochen auch zwei junge Frauen im Alter von 19 Jahren im Raum München erfahren. Eine schwere Blutvergiftung erforderte unter anderem die Amputation der Füße einer der Patientinnen1. Auch in Österreich treten jährlich 20100 Erkrankungsfälle durch Meningokokken auf3,5.

Was sind eigentlich Meningokokken?

Meningokokken sind Bakterien, die den Nasen-Rachen-Raum von Menschen besiedeln können. Einer von zehn Erwachsenen ist Träger der Bakterien, ohne selbst daran zu erkranken. Durch eine Tröpfcheninfektion (z. B. Husten, Niesen, Küssen) können Meningokokken leicht auf andere Menschen übertragen werden.2 Meningokokken sind nicht gleich Meningokokken. Sie treten in unterschiedlichen Typen auf. Von den 20100 Erkrankungsfällen, die in Österreich jährlich registriert werden, sind Erkrankungen durch Meningokokken B (ca. 5074 %) und C (1030 %) am häufigsten.3 Dabei besteht das höchste Erkrankungsrisiko tragischerweise bei Säuglingen und Kleinkindern unter 4 Jahren, gefolgt von Jugendlichen.3,4 Der aktuelle österreichische Impfplan 2019 empfiehlt daher die Meningokokken-B-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat.5 Derzeit gibt es in Vorarlberg, Salzburg und Burgenland eine Meningokokken-B-Impfaktion, bei der das jeweilige Land einen Kostenzuschuss für die Meningokokken-B-Schutzimpfung für Säuglinge im 1. Lebensjahr gewährt.

Wie kann ich eine Meningokokken-Erkrankung erkennen?

Eine invasive Meningokokken-Erkrankung kann in 2/3 der Fälle zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und in 1/3 der Fälle zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.6 Zu den ersten Anzeichen einer Erkrankung zählen grippeähnliche Symptome wie z. B. Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost.7 Teilweise kann es zu ersten Krankheitszeichen einer Blutvergiftung, der sogenannten Meningokokken-Sepsis, kommen. Dazu zählen kalte Hände und kalte Füße, unnatürliche Hautfarbe oder starke Beinschmerzen.
Die Symptome einer Meningokokken-Erkrankung sind häufig unspezifisch, sodass eine frühe Diagnose schwierig ist. Schwere Verläufe können zu punktförmigen oder flächigen Einblutungen auf Haut und Schleimhaut sowie Blutdruckabfall und Organversagen führen.2

Was tun bei Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung?

Da diese seltene Infektion innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann, muss bei Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung schnell gehandelt und ein Arzt aufgesucht werden. Dann kann mit einem Antibiotikum versucht werden, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Nach erfolgreichem Ansprechen der Therapie sind die Betroffenen nach ca. 24 Stunden nicht mehr ansteckend.2

Wie kann man sich und vor allem Kinder und Jugendliche schützen?

Gegen Meningokokken können Impfungen im Vorfeld bestmöglich schützen. In Österreich sind Impfungen gegen die 5 Meningokokken-Typen A, B, C, W und Y verfügbar – derzeit Einzelimpfstoffe gegen Meningokokken B und Meningokokken C sowie Kombinationsimpfstoffe gegen Meningokokken ACWY.
Der aktuelle österreichische Impfplan 2019 empfiehlt die Meningokokken-B-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendliche möglichst früh – ab dem vollendeten 2. Lebensmonat.5

#ÖsterreichgegenMeningitis

GSK setzt sich für die Aufklärung zur Meningokokken-Meningitis und Schutzmaßnahmen ein – auch in den sozialen Medien, etwa mit Blogger Events für moderne Disease Awareness. Nähere Informationen zur Meningokokken-Erkrankung erhalten Interessierte auf www.meningokokken-erkrankung.at , auf https://www.facebook.com/MeinBabyUndMeningokokken/, sowie direkt beim Kinderarzt.

Referenzen

1 https://www.merkur.de/lokales/ebersberg/ebersberg-ort28611/bayern-ebersberg-furchtbares-schicksal-fuer-wasserwachtlerin-19-nach-hirnhaut-entzuendung-12259110.html (abgerufen am 09.05.2019)
2 BZgA Erregersteckbrief. Verfügbar unter: http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/, April 2019.  
3 Meningokokken Jahresbericht 2017; https://www.ages.at/service/service-oeffentliche-gesundheit/referenzzentralen/rz-meningokokken/ (abgerufen 05/2019)
4 World Health Organization. Meningococcal meningitis, fact sheet 19 February 2018 (http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/meningococcal-meningitis, abgerufen am 02.05.2019).
5 Impfplan Österreich 2019 (https://www.sozialministerium.at/cms/site/attachments/5/4/7/CH4062/CMS1546865142466/190211_impfplan_oesterreich_2019_web.pdf, abgerufen am 02.05.2019)
6 RKI-Ratgeber für Ärzte „Meningokokken-Erkrankungen“: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html;jsessionid=A323ABAC53B679968E2FD4338D5CB9CE.2_cid363
7 „Clinical recognition of meningococcal disease in children and adolescents“. Lancet 2006; 367: 397–403. Published Online, January 11, 2006. 

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