Aktuelle österreichische Studie unterstreicht Erfolg der Gratis-Pneumokokken-Impfung

  • Erfolgsmodell Kinderimpfkonzept: Seit 2012 verwendeter Impfstoff (PCV10) bewirkt erhebliche Reduktion der Krankheitsfälle
  • Herdenimmunität schützt auch ältere Bevölkerungsgruppe

In Österreich wird seit 2012 ein 10-fach-Impfstoff (PCV10) als Impfung gegen Pneumokokken im kostenfreien Impfprogramm angeboten. Die kürzlich in Zusammenarbeit mit führenden österreichischen Impfexperten publizierte Studie (Richter et al 2019)1 ermöglicht zum ersten Mal einen umfassenden Blick auf die Auswirkung des Pneumokokken-Kinderimpfprogrammes in Österreich.

„Ich freue mich, dass die nun vorliegenden Daten einmal mehr die Wirksamkeit unseres 10-fach-Impfstoffes gegen Pneumokokken zeigen und den bisherigen Erfolg des Kinderimpfkonzepts unterstreichen“, so Victoria Williams, Geschäftsführerin GlaxoSmithKline Pharma GmbH Österreich.

Die aktuelle Publikation fokussiert sich auf einen Zeitraum vor und nach* der Einführung der Gratis-Impfung und betrachtet hier die invasiven Pneumokokken-Erkrankungen.

Kinderimpfung verhinderte über 500 Pneumokokkenerkrankungen bei Kindern und Älteren

Bei den im 10-fach-Impfstoff enthaltenen Serotypen konnte eine Reduktion von 58% bei den unter 5-Jährigen festgestellt werden, das sind 55 Fälle im Beobachtungszeitraum. Aber auch eine Auswirkung auf die älteren Bevölkerungsgruppen wurde gezeigt – 462 schwere Erkrankungen konnten bei den >50-Jährigen verhindert werden.

Positiver Netto-Nutzen: Senkung der generellen Krankheitslast bei Kindern

Da das Ziel eines Impfprogrammes gegen Pneumokokken immer die Reduktion bzw. das Niedrighalten der generellen Krankheitslast ist, hat der Netto-Nutzen eine große Bedeutung. Da keine Impfung alle Serotypen abdeckt, ist mit einer Verschiebung der Serotypen-Prävalenz zu rechnen. Der Anteil an nicht im Impfstoff enthaltenen Serotypen steigt an. Der Netto-Nutzen zieht daher die im Impfstoff enthaltenen Serotypen heran und setzt sie in Relation mit den Krankheitsfällen, die durch die Verschiebung entstanden sind. Ein positiver Netto-Nutzen zeigt an, dass trotz der zu erwartenden Serotypen-Verschiebung, generell weniger Fälle beobachtet wurden als ohne Impfprogramm. Der größte Netto-Nutzen war bei den Kleinsten, den Kindern unter 2 Jahren, zu beobachten.

„Wir verstehen, dass es immer wieder Diskussionen über die verwendeten Impfstoffe gibt. Ziel eines Impfprogrammes ist es, die Krankheitsfälle generell zu reduzieren. Die vorliegenden Daten zeigen, wie erfolgreich das Impfprogramm mit dem 10-fach-Impfstoff ist. Dies führt hoffentlich zu einem erhöhten Vertrauen in der Bevölkerung in das Kinderimpfprogramm, und dazu, dass mehr Kinder geimpft werden.“ so Michael Aichinger, Medical Lead Vaccines, GSK Österreich.

Globale Untersuchungen der WHO und anderen unabhängigen Instituten haben schon bisher die Vergleichbarkeit von PCV10 und PCV13 gezeigt.3 Die vorliegenden aktuell publizierten Daten1 unterstreichen die Effektivität des derzeit verwendeten 10-valenten Impfstoffes auch in Österreich.

Pneumokokken im österreichischen Kinderimpfkonzept

In Österreich wird seit 2012 ein 10-fach-Impfstoff (PCV10) als Impfung gegen Pneumokokken im kostenfreien Impfprogramm angeboten.

Pneumokokken werden in über 95 Serotypen** unterschieden und können bei Säuglingen und Kleinkindern schwere invasive Erkrankungen, Lungenentzündung und Mittelohrentzündung hervorrufen. Ältere Menschen entwickeln vor allem schwerwiegende Atemwegserkrankungen. Die Besiedelung des Nasenrachenraumes mit den Erregern erfolgt in dieser Altersgruppe vor allem durch direkten Kontakt mit Kindern und durch Kontakt mit Personen mit Kindern (Impfplan 2018). Daher ist neben dem direkten Schutz der Kinder durch ein allgemeines Impfprogramm auch die Herdenimmunität immer wieder ein wichtiges Thema, vor allem, da die Durchimpfungsrate in der älteren Bevölkerung in Österreich niedriger ist als in anderen Ländern.1,2

* Anmerkung: Zeitraum vor (von 2009-2011) und nach (von 2013-2017) der Einführung der Gratis-Impfung 
** Pneumokokken werden in über 95 Serotypen unterschieden. Leider deckt kein Impfstoff alle vorhandenen Serotypen ab. Dadurch kommt es nach der Einführung eines Impfprogrammes zu Verschiebungen der Zusammensetzung hinsichtlich der prävalenten Serotypen. Es ist daher wichtig zu zeigen, dass eine Impfung darüber hinaus eine Wirkung hat und einen Netto-Nutzen hervorruft.

Referenzen

Richter et al., PLoS One. 2019 Jan 10;14(1)
Ladhani et al., Lancet Infect Dis. 2018 Apr;18(4):441-451.
3 World Health Organization (WHO). Wkly Epidemiol Rec. 2017; 92(48):729-48.

Kontakt

Dr. Michael Aichinger
Medical Lead Vaccines Austria
michael.c.aichinger@gsk.com
Mobile +43 664 8270027

Mag. Barbara Masser-Mayerl
Communications Manager,
Corporate Affairs
Tel. 01/970 75 518
barbara.b.masser-mayerl@gsk.com

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